
Tuschezeichnung, Holzstich??? (37 x 50 cm) mit Widmung : Frau G. Tzschaschel 16.7.1980
Ilsetraut Glock 5.4.1915 - 30.1.2013
Von der Seite www.kuenstlergruppe-bonn.de
1915 in Nordhausen/Harz geboren
1935-37 künstl. Ausbildung Prof. Wöhler, Hannover
1937-38 Werkkunstschule Hildesheim
1941 Heirat, Umsiedlung nach Berlin
1945-47 Bühnenbilderin am Stadttheater Nordhausen
1948 Umsiedlung nach Bonn
1950-52 Mitarbeit an verschiedenen Theatern in Bonn
seit 1950 freie künstlerische Tätigkeit in Bonn
seit 1959 Ausstellungen u.a. in Bonn, Köln, Düsseldorf, München, Hannover, Frankfurt am Main, Frankfurt-Oder, Hamburg, Berlin, Athen, Lille, Paris, Caracas, Seoul, Tokio, St. Petersburg, Minsk, Leipzig, Kopenhagen, usw.
Preisauszeichnungen:
1991 Bundes-GEDOK-Katalog-Preise „Werkwechsel II“
1991 August-Macke-Medaille der Stadt Bonn
2000 Ehrenmitglied der GEDOK Bonn
2002 Ehrenbürgerin der Stadt Nordhausen
2003 Verdienstorden des Freistaates Thüringen
Veröffentlichungen in „Grafik der Gegenwart“ und in „Die Graphische Sammlung des 20. Jahrhunderts“ im Rheinischen Landesmuseum Bonn
Internationale Grafikausstellungen Frechen bis 1999, Stuttgart 1998, Krakau 1993 und 1998
Ankäufe: private und öffentliche Stellen in In- und Ausland, Bonner Museen, Museum Nordhausen
Grafikeditionen in Kunstvereinen und Galerien, Beteiligung an Kunstmessen in Kopenhagen, Frankfurt a. Main, Düsseldorf von 1995-1998
Ilsetraut Glock-Grabe-Stiftung
1998 Einrichtung der Ilsetraut Glock-Grabe-Stiftung Nordhausen
Grafikpreis für Künstler/ -innen in Mitteldeutschland
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Von der Seite www.nordhausen.de, 2013
Ihr Abitur machte sie 1934 am Gymnasium Nordhausen. Von 1935 bis 1937 studierte sie Malerei und Grafik bei Prof. Wöhler in Hannover,
anschließend bis 1928 an der Werkkunstschule Hildesheim. Kurz nach der Aufnahme an die Kunsthochschule Berlin brach der II. Weltkrieg ihre Ausbildung ab. Nach ihrer Heirat 1941 übersiedelte sie
nach Berlin.1947 bis 1948 war sie als Bühnenbildnerin am Stadttheater Nordhausen tätig. In dieser zeit befreundete sie sich Hann Trier lernte Rudolf Hagelstange kennen. Seit 1950 ist sie
freischaffende Künstlerin in Bonn.
Mit dem Fall der innerdeutschen Grenze führte sie der Weg wieder in die Heimatstadt zurück. Bereits im Hochsommer 1995 fand die erste Ausstellung ihrer Kunst in einer Galerie in Nordhausen
statt.
Während der Begegnungen und Gespräche mit Nordhäuser Bürgerinnen und Bürgern wurde die Idee geboren, einen Teil ihres künstlerischen Lebenswerkes und den von ihr im Laufe der Jahre erworbenen
Grafiken anderer Künstler eine Heimstatt zu geben.
Realisiert wurde dieses mit der Gründung einer Kunststiftung, der „Ilsetraut-Glock-Grabe-Stiftung“ im Jahr 1998, mit dem Ziel, Freunden der Kunst ein Forum zu geben, aber vor allem junge Künstler
zu fördern. Das notwendige Gründungskapital wurde von ihr ebenfalls eingebracht. Aus den Erträgen der Stiftung wird ein Preis ausgelobt. Die Preisverleihung findet alle zwei Jahre statt, die
erste Preisverleihung war 1999.
Unermüdlich organisiert sie Ausstellungen in Nordhausen, in Thüringen und bundesweit. Der Name unserer Stadt wird damit auf besondere Weise und über die Kunst bekannt gemacht.
Ilsetraut Glock ist nicht nur freischaffende Künstlerin, sondern auch Kunstsammlerin und Stifterin.
Sie lebt und arbeitet seit 6 Jahrzehnten in Oedekoven bei Bonn und zählt heute zu den bedeutendsten Rheinischen Künstlern. Auszeichnungen und Kunstpreise, wie die August-Macke-Medaille der Stadt
Bonn 1991 oder "Werkwechsel 2" , der Katalogpreis der Bundes-Gedok 1991 und die Ehrenmitgliedschaft der Gedok Bonn 2000 würdigten ihr bisheriges künstlerisches Schaffen. Ihre Werke sind u. a. im
Rheinischen Landesmuseum und dem Kunstmuseum Bonn vertreten. 2003 wurde ihr der Thüringer Verdienstorden verliehen.
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Bonner General-Anzeiger, 4.2.2013
Zum Tode der Bonner Malerin und Mäzenin
Von Werner Götzinger
BONN. Poetische Titel gab sie ihren Bildern: "Grün verschlossene Botschaft", "Stunde des Falters" - die Zitate verweisen auf die starke Beziehung ihrer Bilderwelt mit der verschwisterten Kunst des Wortes, der Literatur. Besonders die Bühnenliteratur bot Anregung, reichen Stoff für ihre Bildkompositionen. So führte der Weg der am vergangenen Freitag im Alter von 97 Jahren verstorbenen Ilsetraut Glock früh zur Bühnenbildnerei im thüringischen Nordhausen, wo sie Kindheit und Jugend verbrachte.
Nach dem Kriege entstanden dort ihre Bühnenbilder für Jean-Paul Sartres existenzialistische Stücke "Die Fliegen" oder "Geschlossene Gesellschaft". Der Dichter Rudolf Hagelstange lobte als Theaterkritiker den sparsamen Einsatz der Mittel, die Bühnengestaltung mit Licht, damals neu und revolutionär.
Nach Heirat und Umsiedlung ins Rheinland 1948 entwarf sie für das Bonner Contra-Kreis-Theater Bühnenbilder zu Ionescos "Die Stühle". Dieser Bühnentitel diente später auch als Vorlage für einen Grafik-Zyklus. Sie arbeitete gerne in Zyklen, in denen sie ihre Themen variationsreich umkreiste.
Wir kennen ihre Zyklen "Die Nibelungen", "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit" oder "Tagbilder". Im Nibelungenlied sah sie eine sehr deutsche Dichtung mit aktuellen Bezügen zur Geschichte des damals noch zweigeteilten Landes: Schicksalsvögel vor trennendem Stacheldraht. Marcel Prousts Werk "Die Suche nach der verlorenen Zeit" regte sie an zu einem Zyklus von 12 Federzeichnungen. Sie entdeckte die Seelenverwandtschaft der Proust'schen mit der eigenen inneren Welt, das ständige Bewegen zwischen Bewusstem und Unbewusstem.
Im Zyklus der "Tagbilder" führte sie im Januar 1991 mit Acryl- und Lackfarben ein malerisches Tagebuch als Psychogramm ihres Befindens: Erinnerungen an den 2. Weltkrieg, Auseinandersetzen mit verfeindeten Lagern, Angst vor drohenden Kriegen. Sie schätzte H.C. Artmann, den Wiener Schriftsteller, den sie persönlich kannte. "Lyrik kann mich in bestimmte Situationen und Gefühlslagen hineinführen", sagte sie. Artmann empfand ihre Arbeiten als adäquat, es bestand eine große Achtung, Anerkennung und Anziehungskraft auf beiden Seiten.
Ihre Arbeiten zeigte Ilsetraut Glock in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen. Viele Jahre gehörte sie zur Künstlergruppe Bonn. Von 1992 bis 1995 führe sie deren Vorsitz. Ebenso arbeitete sie aktiv in der GEDOK Bonn, die sie zum Ehrenmitglied ernannte. Die Stadt Bonn ehrte sie 1991 mit der August-Macke-Medaille.
Als Kunstsammlerin und Stifterin gründete sie 1998 in ihrer Heimatstadt Nordhausen die Ilsetraut-Glock-Grabe-Stiftung. Dem dortigen Meyenburg-Museum vermachte sie 130 ihrer Originalgrafiken, dazu 140 Originale weiterer führender Vertreter der klassischen Moderne. Aus den Erträgen des Stiftungskapitals wird alle zwei Jahre ein Grafikpreis ausgelobt für Künstler aus Mitteldeutschland. "Nestorin der Grafik und Malerei" nannte sie Professor Zehnder, der frühere Leiter des Rheinischen Landesmuseums Bonn einmal.